Ich muss ich selbst seinIch muss ich selbst sein
Jesse Marsch 

Ich muss ich selbst sein

Mentalitätsmonster, Showman, mutige Prognosen – Red Bull Salzburg-Trainer Jesse Marsch spricht vor dem EL-Kracher gegen Eintracht Frankfurt über Kameras in der Kabine, seine Farm in Denver und das Autofahren in Österreich. Außerdem verrät der 45-jährige US-Amerikaner warum er weder Klopp noch Guardiola kopieren will und wem er lieber auf die Beine schaut, Messi oder CR7. Das vollständige Interview ist ab 24. März im neuen Audi Magazin zu lesen.

Die Doku-Reihe „JEDER.MANN. Des is Soizburg“ hat für viel Aufmerksamkeit und Gesprächsstoff gesorgt. Haben sie die Kameras in der Kabine echt nicht gestört?
In Amerika sind Dokus über Sportteams ein großes Thema. In New York wurde fast jede Woche ein neues Video für unsere Website produziert, damit die Fans immer Bescheid wissen, was gerade läuft. Als man hier die Idee für eine Backstage-Doku hatte, war das deshalb nichts Unangenehmes für mich, ich kannte es ja schon. Ich denke, man sieht in dieser Doku sehr gut, welche Energie in diesem Verein steckt und wie unsere Fans mitleben. Es ist nicht normal hier, dieser Verein ist besonders. Das hat mit der Führung zu tun, mit Christoph Freund und Stephan Reiter. Und daraus entsteht auch die positive Stimmung in der Mannschaft.
Credits: FC Red Bull Salzburg – Markus Berger
Apropos Führung, Jürgen Klopp und Pep Guardiola sind derzeit die zwei dominanten Trainer im Weltfußball – welche Philosophie gefällt Ihnen besser?
Von unserer Spiel-Philosophie sind wir näher bei Jürgen Klopp. Aber wir können auch viel von einem Pep Guardiola lernen. Abgesehen davon ist für mich ein Aspekt noch interessanter: Die Art und Weise der Kommunikation – was macht ein guter Trainer besser als ein anderer? In Europa spricht man von „emotionaler Intelligenz“. In Amerika gibt es diesen Begriff nicht, aber ich verstehe was er bedeutet. Die Fähigkeit, Beziehungen aufzubauen, ist so wichtig – das kann man weder von Klopp noch von Guardiola kopieren. Als junger Trainer dachte ich, ich muss wie der oder der sein. Aber ich hab gelernt, ich muss ich selbst sein, das ist wichtig.

Cristiano Ronaldo arbeitet mit ähnlicher Hingabe an seiner Fitness und an seinem Spiel. Wem schauen Sie lieber zu – CR7 oder Lionel Messi?
Beiden! Was für mich so interessant ist bei Messi - er ist kein Anführer, aber seine Mitspieler lieben ihn alle. Man hat den Eindruck, jedes Tor, das er macht, wird von seinen Teamkollegen gefeiert, als wäre es sein erstes. Sie freuen sich mit ihm und sind glücklich. Dieses Gefühl, das er ihnen gibt, ist besonders. Abgesehen von seinen Qualitäten - er ist so gut auf dem Platz! Aber Cristiano ist auch ein unglaublicher Fußballer. Er ist ein Musterbeispiel für körperliche Fitness und für diese Wahnsinns-Entschlossenheit alles für den Erfolg zu machen.

Die Erfolge mit Red Bull Salzburg haben auch Ihren Marktwert als Trainer enorm gesteigert. Sollte der amerikanische Verband anfragen: „Jesse, willst du unser Teamchef werden?“ Könnten Sie das Angebot ablehnen?
Das Nationalteam ist sehr wichtig für ein Land. Irgendwann in der Zukunft kann ich mir diese Herausforderung vorstellen, aber nicht jetzt. Ich bin ein junger Trainer, brauche noch Erfahrung. Wir haben viel Spaß zusammen bisher in Salzburg. Es ist immer besser, man konzentriert sich auf das Hier und Jetzt.

Stichwort hier und jetzt, stimmt es eigentlich, dass Sie in Denver noch immer eine Farm haben?
Ja, zusammen mit meinem besten Freund Alex. Wir haben fünf Restaurants und eine Farm. Aber ich mach nichts, schau nur zum Essen vorbei. Alex und ich sind zusammen aufgewachsen. Weil er keinen Vater hatte, war er immer bei uns. Wir haben zusammen Fußball gespielt – zuerst als Gegner, dann gemeinsam im selben Team. Später hat er begonnen als Koch in einem Restaurant zu arbeiten. Er hat seine Arbeit super gemacht, aber das Lob hat immer sein Chef bekommen. Deshalb hab ich ihm gesagt, du brauchst dein eigenes Restaurant! Und falls du dabei etwas Hilfe brauchst, machen wir etwas gemeinsam.

Abschließend: Fahren Sie gern Auto und sind Österreicher bessere Autofahrer als die Amerikaner?
Ja, ich fahr gern. In New York musste ich jeden Tag 70 Kilometer zum Training fahren. Das ist nicht ungewöhnlich in Amerika. Mein Auto war mein Büro, ich konnte meine Anrufe erledigen, bin Trainingspläne im Kopf durchgegangen. Ich fuhr damals einen Audi Q8 – genau wie jetzt auch in Salzburg. Ich bin in Österreich ein besserer Autofahrer geworden. Das Verhalten auf der Straße ist hier besser als in Amerika.
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